Niedriges Einkommen, wenig Urlaub, viel Arbeit – da geht doch was, oder? Tarifpolitik in der Kontraktlogistik

(31.05.2021) Wie in der Lokalseite der IG Metall Bremen in der aktuellen Ausgabe der metallzeitung angekündigt, gibt es in diesem Artikel detailliertere Informationen zum Thema.

Die Kontraktlogistik ist eine noch recht junge Branche. Rund um das Bremer Mercedes Werk sind die ersten Logistikdienstleister erst nach der Jahrtausendwende an den Start gegangen. Danach dauerte es noch mehr als ein Jahrzehnt bis sich die ersten Kolleginnen und Kollegen aufmachten, ihre Arbeitsbedingungen mit Unterstützung der IGM, zu verbessern. Denn diese waren geprägt durch niedrige Einkommen, wenig Urlaub, dafür viel Arbeit. Eine Sechstagewoche ohne Ausgleich unterhalb der Woche war üblich. Entgelte von 11 Euro bis 12 Euro brutto pro Stunde für eine Tätigkeit als Staplerfahrer waren 2016 keine Seltenheit, sondern vielmehr Standard. Die Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen in der Kontraktlogistik waren Auslöser für die Gründung von Betriebsräten und den Einstieg in gewerkschaftliche Organisation und Anbindung an die IG Metall. Seitdem hat sich durch aktive Tarifpolitik in den Unternehmen viel getan. Das war und ist kein Automatismus. Die Beschäftigten in den Betrieben bekennen sich breit zur Gewerkschaft und zum Tarifvertrag, Betriebsräte und Vertrauensleute werben aktiv Mitglieder. Heute verdienen Staplerfahrer in der Logistik etwa 14 Euro die Stunde. Zusätzliches Urlaubsgeld und eine jährliche Sonderzahlung sind in der Regel feste Einkommensbestandteile, der Urlaub liegt bei 30 Tagen im Jahr. Sechstagewochen ohne Ausgleich oder Zuschläge gehören der Vergangenheit an. Bei der Lorel Logistik GmbH ist die aktuelle Tarifrunde just im März 2021 abgeschlossen worden. Dort ist es gelungen, die tariflich vereinbarte Arbeitszeit im Betrieb bei Teilentgeltausgleich abzusenken. In den Tarifverhandlungen bei der pfenning Intralogstik ist es gelungen neben der Erhöhung von Entgelten auch den einen Mitgliederbonus in Form tariflicher Freistellungstage für Gewerkschaftsmitglieder durchzusetzen.
Zurzeit laufen die Tarifverhandlungen bei der Schnellecke Modul GmbH. Neben Verhandlungen zur Einkommensentwicklung geht es bei Schnellecke darum, erstmalig eine Tarifbindung für den Standort herzustellen. Weitere Tarifrunden u.a. bei STUTE Daimler, RCL Automotive und Würfel Automotive sind ebenfalls 2021 geplant. Eine große Herausforderung bleibt neben den ganzen Haustarifvertragsverhandlungen, die zukünftige Überführung der tarifgebundenen Betriebe in die Fläche, denn seit 2019 gibt es in der Kontraktlogistik einen Flächentarifvertrag



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