Tarifkommission fordert 6 Prozent und ein zustzliches tarifliches Urlaubsgeld fr die Beschftigten der Eisen- und Stahlindustrie, das auch in freien Tagen genommen werden kann

Forderungsempfehlung an den IG Metall Vorstand beschlossen

(13.12.2018)

Einstimmig haben die Mitglieder der Tarifkommission fr die nordwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie die Forderungsempfehlung an den IG Metall-Vorstand beschlossen: 6 Prozent mehr Entgelt fr eine Laufzeit von zwlf Monaten und eine zustzliche jhrliche tarifliche und tarifdynamische Urlaubsvergtung fr Beschftigte in Hhe von 1.800 Euro. Diese tarifliche Urlaubsvergtung soll wahlweise in freie Tage umgewandelt werden knnen.

Darber hinaus sollen die Tarifvertrge zur Altersteilzeit, ber den Einsatz von Werkvertrgen und zur Beschftigungssicherung fr die rund 72.000 Beschftigten verlngert werden.

Um die Attraktivitt der Eisen- und Stahlindustrie gerade auch bei jungen Menschen hoch zu halten und einem Fachkrftemangel in dieser Branche vorzubeugen, wurde eine berproportionale Erhhung der Ausbildungsvergtungen sowie die Vereinbarung einer Verhandlungsverpflichtung zu Dual Studierenden gefordert. Die zustzliche Urlaubsvergtung fr Auszubildende soll 600 Euro betragen.

Knut Giesler, Bezirksleiter IG Metall Nordrhein-Westfalen und Verhandlungsfhrer: Der wirtschaftliche Aufwrtstrend in der Stahlindustrie hlt an. Die Kapazittsauslastung lag in diesem Jahr um die 90 Prozent und nhert sich den Durchschnittswert von vor der Krise (91 Prozent) an. Auch die Preise, die erzielt werden knnen, steigen deutlich. So lag der mittlere Stahlpreis fr Warmband zuletzt bei 568 Euro. Das sind rund 80 Prozent mehr als noch vor 3 Jahren. Diese gute wirtschaftliche Lage drckt sich in der Forderung von 6 Prozent und der Einfhrung einer tariflichen Urlaubsvergtung aus. Die Beschftigten wollen an dem, was sie erwirtschaften, teilhaben. Angesichts der guten wirtschaftlichen Situation in der Branche ist das auch machbar.

In der Diskussion um die Forderungsempfehlung wurde darber hinaus deutlich, wie wichtig es den Beschftigten ist, Mglichkeiten fr mehr freie Tage zu bekommen, damit sie Belastungen kompensieren knnen. Giesler: 70 Prozent der Beschftigten arbeiten in Schicht. Schichtarbeit fhrt zu hohen gesundheitlichen Belastungen. So treten Erschpfung, Mdigkeit, Schlafstrungen und Rckenschmerzen hufiger auf als bei Beschftigten mit Arbeitszeiten zwischen 7 und 19 Uhr. Wer ber lngere Zeit Schicht arbeitet, hat zudem ein hheres Risiko fr Herz-Kreislauferkrankungen, ist anflliger fr depressive Stimmungen und Angstzustnde und luft Gefahr, an Burnout zu erkranken. Darum wundert es nicht, dass die Beschftigten Entlastungsmglichkeiten fordern. Die zustzliche Urlaubsvergtung soll daher in freie Tage umwandelbar sein.

Nchste Termine:

10.01.2019: erste Verhandlung
23.01.2019: zweite Verhandlung
24.01.2019: nchste Sitzung der Tarifkommission

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