Bundesweiter Aktionstag der IG Metall und der Betriebsrte bei Airbus

Betriebsrte und IG Metall fordern zustzliche Arbeitspakete fr den Standort, um Arbeitspltze zu erhalten

(29.11.2018)

Personalabbau trifft auf fehlende Einflussnahme Deutschlands auf das deutsch-franzsische Unternehmen Airbus, fasst Ute Buggeln, Geschftsfhrerin der IG Metall, die augenblickliche Situation bei Airbus zusammen. Nachdem Guillaume Faury als Nachfolger von Tom Enders bereits angekndigt wurde, stehen nun die weiteren Neubesetzungen an der Spitze des Unternehmens fest: Dominik Asam wird neuer CFO und Michael Schllhorn wird COO. Damit ist ein Gleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland im Topmanagement wiederhergestellt.

Doch wie sieht es mit dem Gleichgewicht zwischen der Zentrale in Frankreich und den Standorten vor Ort aus? Haben unsere Geschftsfhrungen noch gengend Entscheidungskompetenzen, um ber wichtige Themen am Standort mitzubestimmen? Wie viel Einfluss haben die Standorte, wenn es darum geht, Arbeitspakete zu verteilen, Kernkompetenzen zu erhalten und zukunftsweisende Strategien zu entwickeln? fragt Ute Buggeln.
Und wieviel Einfluss nimmt eigentlich die Bundesregierung? Im Vergleich mit anderen Lndern, nimmt die deutsche Bundesregierung zu wenig Einfluss auf die zuknftige Entwicklung der Luft- und Raumfahrt: sei es in der Frderung von Querschnittsfhigkeiten, bei der Neuansiedlung von Systemkompetenzen oder in der Strkung der Zulieferindustrie. Das muss sich ndern! fordert Buggeln.

Von Personalabbau sind zunchst zwei der fnf Bremer Airbus-Betriebe betroffen: Ariane und A400M. Beim A400M werden von ehemals ber 20 Maschinen im Jahr die Raten stufenweise auf nur noch acht Maschinen im Jahr 2020 reduziert. Von den ber 1000 Beschftigten in Bremen werden vor allem Leiharbeitnehmer abgebaut: ber 600 soll es insgesamt treffen. Von den ber 500 Beschftigten im Stamm sollen fast 100 abgebaut oder verlagert werden. In der Konsequenz verliert der Standort Bremen damit Kompetenzen und Perspektive, berichtet der Betriebsratsvorsitzende von A400M in Bremen, Frank Axonoff.

Bei Ariane sollen von 9.000 Beschftigten 2.400 konzernweit abgebaut werden insbesondere im Engineering. Runtergebrochen auf den Bremer Standort knnten das mindestens ein Viertel der Belegschaft also ca. 130 Beschftigte betreffen. Grund ist die aktuell schwierige Situation am Raketenmarkt. Eine weitere Ursache ist allerdings hausgemacht: die Trennung von Airbus Defence and Space hat Ariane geschwcht. Einerseits muss die Politik nun handeln: die EU muss Ariane mehr Auftrge erteilen, um die europische Raumfahrt nicht nachhaltig zu beschdigen. Andererseits muss auch das Unternehmen Energie in neue Zukunftsthemen stecken. Personalabbau ist da der falsche Weg! fordert Judith Bohl, Betriebsrats- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende der ArianeGroup.

Wenn ein Betrieb am Standort in die Schieflage kommt, betrifft das alle, stellt Jens Brggemann klar, Betriebsratsvorsitzender vom Flugzeugbauer Airbus Operations. Aber jetzt haben wir eine Situation, wo alle fnf Betriebe am Standort einer Bedrohung ausgesetzt sind, so Brggemann. Wenn Ariane in die Krise kommt, hat das auch Konsequenzen fr Airbus Defence and Space und den Bremer Raumfahrtstandort insgesamt. Und wenn im Flugzeugbau abgebaut wird, hat das auch negative Folgen fr den Teilehersteller Premium Aerotec. Bundesregierung und der Airbus-Konzern sind nun gefordert, fr mehr Arbeitspakete in Bremen zu sorgen, um hier die Arbeitsltze zu sichern, fordert Brggemann im Namen der fnf Bremer Belegschaften von Airbus.

Fr die IG Metall waren vor Ort: Ute Buggeln und Ernesto Harder

Fr die Bremer Betriebsrte waren vor Ort:

Airbus Operations: Jens Brggemann
Defence and Space A400M: Frank Axonoff
Premium Aerotec: Frank Rogalski
ArianeGroup: Judith Bohl
Airbus Defence and Space: Kirsten Brauer

Fotos: Carmen Jaspersen












Druckansicht

Solidaritt erfahrbar machen

IG Metall Bremen
Bahnhofsplatz 22 -28
28195 Bremen
Telefon 0421 33 55 9-0
Fax 0421 32 42 13
bremen@igmetall.de
www.bremen.igmetall.de